alternative Tumortherapie: keine gute Entscheidung

261 Pat. (ohne Metastasen) ohne Chemo, Chirurgie, Strahlentherapie, … aber mit alternativen Methoden 1:2 mit schulmedizinisch behandelten verglichen.

Insgesamt unabhängig doppelt erhöhtes Risiko (hazard ratio [HR] = 2,50, 95% confidence interval [CI] = 1,88 to 3,27) zu sterben für alternative Methoden, Beim Mamakarzinonom sogar fast 6-fach (HR = 5,68; 95% CI = 3,22 to 10,04), beim Kolorektalen Karzinom 4,5-fach (HR = 4,57; 95% CI = 1,66 to 12,61) und Lungenkarzinom weniger dramatisch aber immer noch hoch signifikant (HR = 2,17; 95% CI = 1,42 to 3,32)

Johnson SB et al. Use of Alternative Medicine for Cancer and Its Impact on Survival. JNCI: Journal of the National Cancer Institute (head of print)

 

Pankreaskarzinom Mindestmengen

Studie an 58.553 Patientenin den Staaten, die im Stadium UICC I und II potentiell kurativ reseziert werden können, erhielten lediglich 63,8% die OP. Pat. mit Kontraindikation oder Ablehnung der OP wurden ausgeschlossen. Zwischen den untersuchten Krankenhäusern gab es enorme Unterschiede: 11,4%-70,9%
Unterteilt in Quintile stellt sich wieder ein Mal das selbe Ergebnis heraus: Potentiell resektable Pat. werden nicht nur häufiger in high volume Spiälern auch operiert, sondern das outcome steigt linear mit der Menge an Operationen. Zum Beispiel das Gesamtüberleben (median OS Quintil 1: 10,2; Quintil 2:13,3 Monate; Quintil 3:14,2 Monate; Quintil 4: 16,5 Monate und Quintil 5: 18,4 Monate, P < 0,001. Oder Pat. operiert in den einzelnen low volume hospitals (Quintile 1, 2 und 3) hatten auch verglichen mit den Häusern der Quintilen 4-5 ein höheres Risiko für po. Letalität: [Quintil 1: Hazard ratio (HR) 1,10 (1,01 bis 1,21); Quintil 2: HR 1,08 (1,02 bis 1,15) und Quintil 3: HR 1,09 (1,04 bis 1,14).

Swords DS et al. Hospital-level Variation in Utilization of Surgery for Clinical Stage I-II Pancreatic Adenocarcinoma. Ann Surg. 2017 (ahead of print)

Anatomische Leberresektion verbessert outcome

Anatomische Leberresektion verbessert DFS bei RASmut KRK-Primum, nicht aber bei RASwt. DFS@5y 14,4% RASmut in der nicht-anatomischen Resektionsgruppe versus 46,4% RASmut anatomische Resektionsgruppe.

Margonis GA et al. Anatomical Resections Improve Disease-Free Survival in Patients With KRAS-mutated Colorectal Liver Metastases. Ann Surg 2017; ahead of print

R1 Resektion beim Pankreaskopfkarzinom

In einer Metaanalyse und bestätigt durch Vergleich der eigenen Daten (Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München) spielt die R1 Resektion beim Pankreaskopfkarzinom in Bezug auf DFS und OS eine signifikante Rolle, weniger bei der distalen Resektion oder bei der Pankreatektomie.

Demir IE et al. R0 Versus R1 Resection Matters after Pancreaticoduodenectomy, and Less after Distal or Total Pancreatectomy for Pancreatic Cancer. Ann Surhg 2017; ahead of print

DREAMS Trial: Dexamethason reduziert PONV

CRT, N=1.350, Dexamethason (N=674); PONV in 25,5% vs 33% im Statdardarm ohne Dexamethason (number needed to treat (NNT) 13; 95% CI 5 bis 22; P=0,003).

Dexamethason (Einmalgabe 8 mg i.v.) sollte heute Standardtherapie bei allen größeren viszeralchirurgischen Eingriffen nicht nur gegen PONV sein.

DREAMS Trial Collaborators and West Midlands Research Collaborative. Dexamethasone versus standard treatment for postoperative nausea and vomiting in gastrointestinal surgery: randomised controlled trial (DREAMS Trial). BMJ. 2017;18:357

Drainage bei Pankreasresektionen

In einer Meta-Analyse werden 3 CRT zusammengefasst, die in den USA und in Deutschland durchgeführt wurden. Jeweils 358 und 353 Patienten wurden in den high volume Zentren randomisiert und in Bezug auf 30 Tage Letalität (2% vs 3,4%), po Morbidität (65,6% vs 62%) sowie stationärer Aufentahltsdauer untersucht und kein Unterschied gefunden. Lediglich in der po. Fistelrate schnitt die Grupep mit Drainage signifikant schlechter ab (15,9% vs 7,1% in der Nichtdrainagegruppe; P = 0,03).

Wir haben einen Mittelweg eingeschlagen und drainieren nach wie vor mit einer Robinsondrainage bei der Pankreatogastrostomie und einer zusätzliche Foley Drainage zur kontinuierlichen Spülung bei Auftreten einer Fistel bei der Pankreatojejunstomie, beobachten aber das CRP und die Amylse im Drain unmittelbar po. und ziehen die Drainagen am 2.POD, wenn die Werte nur bis zu einer bestimmte Grenze erhöht sind, nämlich CRP <14g% und Amylse im Drain < 500U/L. Dies basiert auf Daten, dass klinisch relevante Anastomosendehiszenzen (Fisteln Grad B und C) vor allem durch das CRP >14mg% und durch die Drainamylase >500U/L schon am 1 POD Tag „vorhersehbar“ sind Partelli S. et al. Early Postoperative Prediction of Clinically Relevant Pancreatic Fistula after Pancreaticoduodenectomy: usefulness of C-reactive Protein. HPB (Oxford). 2017 (ahead of pub). Eine weitere letztes Jahr erschienen Arbeit legt das CRP am 1. POD mit >8,4mg% am 1. POD und >12,7mg% am 3. POD als mit erhöhter signifikanter Fistelrate assoziiert fest. Giardino A. et al. C-Reactive Protein and Procalcitonin as Predictors of Postoperative Inflammatory Complications After Pancreatic Surgery. J Gastrointest Surg. 2016 Aug;20(8):1482-92

Hüttner FJ et al. Meta‐analysis of prophylactic abdominal drainage in pancreatic surgery. BJS 2017;104:660-8

Netzaugmentation definitiver endständiger Kolostomata

Parakolostomiehernien sind schwer zu sanieren, 20% Rezidive trotz Verwendung von Kunstoffnetzen. Daher liegt der Fokus auf der Prävention.

CRT, retro-muskulär leichtgewichtiges polypropylene Mesh vs konventionelle Anlage eines Kolostoma. N=150. 4,5% (3/67) in der Augmentationsgruppe vs 24,2% (18/66) in der konventionellen Gruppe entwickelten innert eines Jahres eine Parakolostomiehernie (P=0,001). Keine Unterschiede in SSI, konkomittanten Hernien, Schmerzen und Kosten-Effektivität.

Augmentation durch Kunstoffnetze (wir verwenden das 3D Netz) bei definitiven, endständigen Kolostomata ist an der VTT Standard.

Brandsma H-T et al. Prophylactic Mesh Placement During Formation of an Endcolostomy Reduces the Rate of Parastomal Hernia. Annals of Surgery. 2017;265:663-9

ESRD Risiko nach Lebendspende

Gute Zusammenfassung in Bezug auf ein lebenslanges ESRD-Risiko (end stage renal disease) des Spenders nach Nierenlebendspende mit kritischer Betrachtung der letzten 2 großen „matched pair“ Analysen aus Norwegen (Mjøen et al. N=1901) und US (Muzaale et al. N=96.217!).

„The reference absolute lifetime risk for ESRD in controls was in fact very small in both studies (0.06% and 0.04% in the Norwegian and US studies, respectively). Indeed, 11 times or 8 times a close-to-zero reference hazards yields only minor increases in the absolute risk: the difference between donors and controls in the average absolute risk was in fact <0.3% after 15 years in the US studies (i.e. >300 living donations need to occur to have one donor develop nephrectomy-related ESRD after 15 years)“.

Maggiore U et al. Long-term risks of kidney living donation: review and position paper by the ERA-EDTA DESCARTES working group. Nephrol Dial Transplant 2017;32:216-23 (open access)

Antibiotische Prophylaxe unmittelbar vor Hautschnitt

Eine weitere RCT an 5.580 Pat. die zeigt, dass die ABx Prophylaxe auch unmittelbar vor Hautschnitt wirkt. Es zeigten sich in dieser Schweizer Studie keine Unetrschiede in den SSI Raten zwischen den Gruppen (Median 42 oder 16 Minuten vor Hautschnitt: SSI Rate (30-Tage f-up) 4,9% vs 5,3% p=0,601).

An der VTT ist es schon seit langer Zeit Usus die ABx Prophylaxe kurz vor dem Hautschnitt zu verabreichen

Weber WP et al. Timing of surgical antimicrobial prophylaxis: a phase 3 randomised controlled trial. The Lancet Infectious Disease 2017 (ahead of print)