nCTx beim borderline PDAC

190 Patienten nach nCTx reseziert, darunter 123 (63%) borderline und 71 (37%) lokal fortgeschrittene PDAC. FOLFIRINOX oder Gemcitabin zusammen mit Nab-Paclitaxel wurden bei 165 (85%) und 65 (34%) Patienten eingesetzt, wobei 36 (19%) einen chemotherapeutischen Wechsel vor einer RCTx und anschließender Resektion hatten. Radiologisches Downstaging war selten (28%). Eine en bloc venöse und/oder arterielle Resektion war bei 125 (65%) Patienten erforderlich, wobei bei 94% der Patienten eine R0-Situation erreicht wurde. Die 90-Tage-Major Morbidität und Mortalität betrug 36% bzw. 6,7%. Ohne die operative Sterblichkeit betrugen die Raten für das mediane, 1-jährige, 2-jährige und 3-jährige rezidivfreie Überleben (RFS)[Gesamtüberleben (OS)] 23,5 (58,8) Monate, 65 (96)%, 48 (78)% bzw. 32 (62)%. Radiologisches Downstaging, Gefäßresektion und Chemotherapie-Schema/Schalter waren in Bezug auf das Überleben nicht signifikant. Unabhängige Prognoseparameter: Chemotherapie mit ≥6 Zyklen, optimales CA19-9-Ansprechen nach der Chemotherapie und pathohistologischer Response.

Truty MJ et al. Factors Predicting Response, Perioperative Outcomes, and Survival Following Total Neoadjuvant Therapy for Borderline/Locally Advanced Pancreatic Cancer. Annals of Surgery 2019 (ahead of print)

periop. Flüssigkeitsmanagement bei Pankreas-OP

Bei Patienten, die sich einer Bauchspeicheldrüsenoperation unterziehen, führt eine eingeschränkte oder individuell geführte goal-directed Strategie in Bezug auf das perioperative Flüssigkeitsmanagement zu signifikant weniger Komplikationen (POPF, Retentionen, Blutungen) führen als eine liberale Flüssigkeitsstrategie.

Aus dem Zentrum Verona (AOUI of Verona, Italy). in the liberal group, 23 in the restricted group, and 34 in the GD group
Flüssigkeitsmanagement: liberal = 12 ml/kg/h N= 29; eingeschränkt = 4 ml/kg/h, entweder gewichtsgesteuert mit festem Volumen N=23 oder goal-directed unter Verwendung der von der FloTrac Systems (N=34).

Gottin L et al. Perioperative Fluid Administration in Pancreatic Surgery: a Comparison of Three Regimens JOGS 2019 (ahead of print)

Klare Flüssigkeit bis 2H vor AN

Obwohl eine Studie (retrospektiv, N= 11.500, same day surgery Patienten, ausgeschlossen Schwangerschaft und zahnärztliche Eingriffe, Eingriffe in Sedierung, lokaler dun allgemeiner Narkose) mit liberaler Flüssigkeitszufuhr keine riesen Unterschiede (innerhalb von 24 H postop. 3,8% im Fall der unbeschränkten oralen Flüssigkeitszufuhr vs 5,2%) in Bezug auf den Endpunkt der Studie, nämlich postoperativem Erbrechen (PONV) zeigt und die Studie offensichtlich mehrere Probleme aufweist, wird allgemein in einem Kommentar vom Erstautor der Studie als auch von führenden Anästhesisten und Intensivmediziner aus UK, Norwegen und Deutschland diskutiert, dass das Risiko der Aspiration bei unrestriktierter Flüssigkeitszufuhr präop. praktisch Null ist. Nicht eingeschränkt heißt, soviel die Pat. trinken wollen bis sie in den OP-Saal abgeholt werden.

Bei bislang 30.000 Patienten traten nur 2 Fälle von Aspiration auf, wobei beide Risikofaktoren hatten wie z.B. einen BMI > 35. Bei einer Aspirationsrate von 1 zu 8.000 bei nüchternen Pat. besteht also kein höheres Risiko. Zudem zeigt die Physiologie des Magens, dass sich dieser alle 12 bis 15 Minuten zur Hälfte entleert.
Wir lassen an der VTT schon seit Jahren die Patienten klare Flüssigkeit bis 2H vor der AN trinken. Nach der Studie könnte man dieses Vorgehen ohne zusätzliches Risiko noch lockern.

McCracken, Graham, C. and Montgomery, Jane Postoperative nausea and vomiting after unrestricted clear fluids before day surgery: A retrospective analysis
European Journal of Anaesthesiology: May 2018 – Volume 35 – Issue 5 – p 337–342

laparoskopische Lavage bei perforierter Sigmadivertikulitis vom Tisch

Wie schon in andere kontrollierte Studien gezeigt wurde (LOLA part des LADIES Trials, DILALA-trial, SCANDIC-trial und LapLAND-trial, als auch eine Meta-Analyse: 3-fach erhöhtes Risiko für eine Reintervention bei Laparoskopie-Lavage vs Resektion) wird auch in einer retrospektiven holländischen multizentrischen Studie (2008 – 2010, N=38) in einer Langzeitbeobachtung (f-up 46 Mo) nachgewiesen, dass eine laparoskopische Lavage mit hoher Rezidivrate (17 Episoden bei 32% der Pat.), Re-Intervention (ebenfalls ein Drittel der Pat. erhielt insgesamt 29 operative Eingriffe) und Wiederaufnahme (50 Wiederaufnahmen bei 39% der Pat.) vergesellschaftet ist. Initial erfolgreich war die lap. Lavage bei 81%, diese erlitten aber in 39% ein Rezidiv.

Wir haben an der VTT kaum Erfahrung mit  der lap. Lavage, weil wir sie selten angewendet haben und nur dann wenn bei CDD Typ2b eine perkutane Drainage nicht möglich war. Es wird in Kürze unsere Arbeit über die Langzeiterfahrung der stat. aufgenommenen Pat. an der VTT mit Divertikulitis zur Publikation eingereicht werden. Autorinnen Fr. Dr.in Johanna Gius und Dr.in Elisabeth Gasser – watch out.

Sneiders D et al. Long-term follow-up of a multicentre cohort study on laparoscopic peritoneal lavage for perforated diverticulitis. Colorectal Disease 2019 February (ahead of print)

SIL-Koloneingriffe ohne Benefit

RCT (NCT01959087), N= 62 single port, 63 multiple Ports, mehrere Erkrankungen eingeschlossen, NUR 36 Kolonkarzinome. Alle Parameter ohne Vorteile für die single Port Prozedur – Ausnahme Beurteilung der Narbe durch Pat.

Fragen bleiben ungeklärt: Langzeitergebnisse in Bezug auf onkologische Prognose und in Bezug auf Narbenhernien. Keine Information zur CME.

Maggiori L et al. Single-incision Laparoscopy Versus Multiport Laparoscopy for Colonic Surgery: A Multicenter, Double-blinded, Randomized Controlled Trial. Ann Surg. 2018 Nov;268(5):740-746

Dazu gab es in der Vergangenheit auch folgende Publikationen  mit ähnlichem Ergebnis und ähnlichen Kritikpunkten:

  • Huscher CG et al. Standard laparoscopic versus single-incision laparoscopic colectomy for cancer: early results of a randomized prospective study.
    Am J Surg. 2012; 204(1):115-20
  • Poon JT et al. Single-incision versus conventional laparoscopic colectomy for colonic neoplasm: a randomized, controlled trial. Surg Endosc. 2012; 26(10):2729-34
  • Watanabe J et al. Randomized clinical trial of single-incision versus multiport laparoscopic colectomy. Br J Surg. 2016; 103(10):1276-81

RCT enterokutale Fistel Vorbereitung

Enteral 4,5 g Arginin und 10 g Glutamine / d, 7 Tage vor OP (N=20) vs Kontrollgruppe ohne definitive Vorbereitung (N=20).
Fistelrezidiv 10% vs 45%. IL-6 und CRP deutlich niedriger in der experimentellen Gruppe

Martinez JL et al. Effect of Preoperative Administration of Oral Arginine and Glutamine in Patients with Enterocutaneous Fistula Submitted to Definitive Surgery: a Prospective Randomized Trial Journal of Gastrointestinal Surgery; 2019 [ahead of print]

NOM bei unkompliziert Appendizitis

Neue Meta-Analyse zur ABx Therapie der unkompl. Appendizitis. N= 3.618 Erwachsene und Kinder. Erfolgsrate AE vs ABx: 82,3% vs 67,2%; P < 0,00001; nach eine Jahr: 93,1% vs 72,6%; P < 0,00001
Versagen der ABx Therapie initial 8,5% und nach einem Jahr 19,2%. Kein Unterschied in der Rate an komplizierter Appendizitis (Perforation) zum Zeitpunkt der AE und po Komplikationen.

Podda M et al. Antibiotic Treatment and Appendectomy for Uncomplicated Acute Appendicitis in Adults and Children: A Systematic Review and Meta-analysis. Ann Surg 2019 [Epub ahead of print]

konventionelle TME = laTME = roTME = taTME

Metaanalyse, nur RCT, N=6.237 Keine Unterschiede in Bezug auf schwere po. und intraop. Morbidität, Konversionsrate,  Re-OP-Rate, Anastomosendehiszenz, Lkn-Anzahl, CRM+ Rate, OS@5y und lokoregionärer Rezidivrate.

Simillis C et al. Open Versus Laparoscopic Versus Robotic Versus Transanal Mesorectal Excision for Rectal Cancer: A Systematic Review and Network Meta-analysis. Ann Surg. 2019 [Epub ahead of print]

Gastrektomie mit Pouch

Die Hinweise verdichten sich, dass eine Gastrektomie mit Pouch deutliche Vorteile in Bezug auf Symptome und damit Lebensqualität bringt.
Dies wird nun durch eine Meta-Analyse von 20 Studien (inkl. 17 CRT) mit 1.621 Pat. bestätigt. Eine Pouch Anlage war zwar mit einer längeren OP-Zeit, aber nicht mit der Länge des stat. Aufenthaltes oder weiteren gängigen po. Komplikationen assoziiert. Die funktionellen Verbesserungen (63% relative Risikoreduktion für Ösophagitis und retrosternalem Schmerz, 73% für Dumping Syndrom, 50% für Probleme beim Essen/Schlucken) hielten 1-2 Jahre po. an, ab dem 1-2 Jahr po. war der BMI und das Serumalbumin signifikant höher.

V.a.b. Pat. mit akzeptabler Prognose sollte es wohl ein Umdenken durch die vorliegenden Daten erfolgen und eine Gastrektomie mit einem Pouch kombiniert werden. Wir stellen zur Zeit an der VTT beim distalen Magenkarzinom die subtotale Resektion, gerade wegen der besseren funktionellen Ergebnisse relativ liberal und machen aber immer zusätzlich einen intraop. Schnellschnitt vom oralen Resektionsrand.

Syn NL et al. Pouch Versus No Pouch Following Total gastrectomy: Meta-analysis of Randomized and Non-randomized Studies. Annals of Surgery 2018 (ahead of pub)

Gebrechlichkeit: ein signifikanter Faktor für po. Morbidität

Prospektive Evaluation von 269 Patienten, älter als 65 Jahre nach dem Clinical Frailty Score vor Eingriffen am Kolorektum. Ein Score von ≥4, als klinische Gebrechlichkeit definiert war statistisch signifikant mit dem Alter (P=0,0001), po. schweren Komplikationen (P=0,001) und Krankenhausaufenthalt (0,0001) assoziiert.

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Okabe H et al. Frailty predicts severe postoperative complications after elective colorectal surgery. American Journal of Surgery 2018 (ahead of pub)