Risiko der mrEMVI beim Rektumkarzinom

Meta-Analyse. 6 Papers mit extraruraler Gefäßinfiltration im MRT (mrEMVI) in 1.262 Pat. (403 Pat. in der mrEMVI-positiven, 859 in der mrEMVI-negativen Gruppe). mrEMVI-positive Tumoren mit mehr Fernmets (synchron und metachron) assoziiert 0,346 (range=0,198 bis 0,574). Synchron fast 6 fach höheres Risiko (OR=5,68, 95%CI: 3,75 bis 8,61; P<0.001). Risiko für metachrone Metastasierung fast 4-fach (OR=3,91, 95% CI: 2,61 bis 5,86; P<0.001).

Finde ich eine wichtige Erkenntnis. In diesen Fällen wäre ich für eine intensivierte nCTx z.B. wie in der ABCSG 05 Studie (Induktionschemo gefolgt von RCTx). Wir haben eine hohe pCR(near pCR) Rate beschrieben (64%)1

Siddiqui MRS et al. A meta-analysis comparing the risk of metastases in patients with rectal cancer and MRI-detected extramural vascular invasion (mrEMVI) vs mrEMVI-negative cases. Br J Cancer. 20176;116:1513-9

1Eisterer W et al. Anticancer Res. 2017;37:2683-91

po Ergebnisse taTME

Registerdaten, 30 Monate Beobachtung, 107 Zentren in 29 Ländern Europas. N=1.594 Median Anastomosenhöhe 3,0 ± 2,0 cm stapled in 66,0%. Anastomosendehiszenz; 15,7%. Frühinsuff. 7,8% Spätinsuff. 2,0%, pelviner Abszess 4,7%, Fistel 0,8%, chronischer Sinus 0,9%, Anastomosenstenose in 3,6%.

Fast 16% Anastomosendehiszenz, unkontrolliertes Register, in Norwegen wurde das Projekt gestoppt. Wo liegen nun die Vorteile? Soll sich jeder selbst ein Bild machen.

Penna M et al. ncidence and Risk Factors for Anastomotic Failure in 1594 Patients Treated by Transanal TotalMesorectal Excision: Results From the International TaTME Registry. Ann Surg. 2019;269:700-711

Laparoskopische Eingriffe im 2. und 3. Trimenon sicher

11 Cholezystektomien, 6 Appendektomien, 1 Ileus, 3 Torsion der Adnexe, 1 Ovarialzyste und 1 Tubenzyste mit Torsion.
Die Laparoskopien wurden zwischen der 15. und 33. Schwangerschaftswoche (durchschnittlich 23 Wochen + 2 Tage, mit 6 Fällen im dritten Trimenon) durchgeführt. Keine Re-OP. Die Appendizitis ist allerdings komplikationsträchtig, v.a. wenn die diagnose nicht rechtzeitig gestellt wird. 3 Blinddarmoperationen von den 6 waren mit Komplikationen behaftet, eine durch Chorioamnionitis und Fehlgeburt und 2 durch pelvine Sepsis mit Abszessen (eine Frühgeburt mit neonatalem Tod, ein gesundes Baby).

Guterman S et al. Laparoscopy in the second and third trimesters of pregnancy for abdominal surgical emergencies. J Gynecol Obstet Hum Reprod. 2017;46:417-22

Risikofaktoren bei Rezidiv nach Leber-Reresektion wegen mKRK

PETCAM trial: Rezidive nach Leberresektion. N=368, 72% Rezidive (51% Lunge, 41% Leber). 
Nach Leberresektion DFS 17 Mo (95%CI: 14 bis 19), OS 57 Mo (95%CI: 56 bis 70). Bei Rezidiv erhielten (N=120) 45% pall. Chemo und 42% Re-Resektion. Hohes Risiko = mehr als 2 Organe betroffen, Intervall bis Auftreten des Rezidivs <5Mo, pN+ –> OS 19 Mo (95%CI: 15-23Mo) vs 35 Mo (95%CI: 30-48Mo) in der low-risk Gruppe (HR = 2,9, 95%CI: 2,2 bis 3,9)

Serrano PE et al. Risk factors for survival following recurrence after first liver resection for colorectal cancer liver metastases. Journal of Surgical Oncology 2019 (ahead of pub)

10 Jahre ex vivo lung perfusion zur LuTx

Letalität auf der Warteliste 15 bis 25% und nur 20% der Lungen werden zur Tx genutzt. Toronto Lung Transplant Program 706 Pat. mit zusätzlich 230 in ex vivo perfusion, 2008 bis 2017.

Langzeitergebnisse der ex vivo lung perfusion Gruppe vergleichbar mit der konventionellen LuTx bei höher Utilisation durch high-risk extended criteria donor lungs.

Divithotawela C et al. Long-term Outcomes of Lung Transplant With Ex Vivo Lung Perfusion. JAMA Surgery 2019 (ahead of pub)

watch and wait auch beim Ösophaguskarzinom?

Hintergrund: CROSS Studie mit fast ⅓ cCR nach nRCTx.
In dieser retrospektiven Studie von 2011 bis 2018 wurden 98 Pat. mit cCR diagnostiziert, 31 wurde beobachtet. cCR wurde an Hand von Endoskopie mit PE und Ultraschall und FNA definiert. Primärer Endpunkt: OS, sekundärer: PFS, Rate und Lokalisation von Fernmets und po. outcome. Median f-u: 27,7 und 34,8 Monate.

Mit paarweisem Vergleich nur mehr 29 Pat in jeder Gruppe: OS@3y: Beobachtungsgruppe 77%, OP-Gruppe 55% (HR 0,41; 95% CI 0,14 bis 1,20, P = 0.104). PFS@3y 60% vs. 54% (HR 1,08; 95% CI 0,44 bis 2,67, n.s.). Beide Gruppen mit 28% Fernmets.

van der Wilk BJ et al. Active Surveillance Versus Immediate Surgery in Clinically Complete Responders After Neoadjuvant Chemoradiotherapy for Esophageal Cancer: A Multicenter Propensity Matched Study Annals of Surgery 2019 (ahead of Pub)

Epikutanes Unterdrucksystem reduziert SSI

Meta-Analyse, 28 RCTs, n = 4.398, 40% Risikoreduktion von SSI´s durch ein epikutanes Unterdrucksystem; 95%CI: 0,49 bis 0,76, P < 0,0001, I = 27%; number needed to treat of 19
Geringere Evidence besteht in der Verhinderung von Seromen (RR 0,43, 95% CI: 0,32 bis 0,59) und kürzerem KH-Aufenthalts (pooled mean difference -2.01, 95% CI: -2,99 bis 1,14).

Wir verwenden an der VTT seit Jahren mit guten Erfolg bei Sekundärnaht und bei primärem Verschluss eines Sinus pilonidalis ein Unterdrucksystem mit Kerlix. Dies ist gegenüber den „fertigen“ epikutanen Unterdrucksysteme signifikant billiger. Leider wird Kerlix nicht mehr geliefert, daher suchen wir derzeit um Alternativen. Auf Grund der Meta-Analayse wäre bei Risikopatienten die Anlage eines epikutanes Unterdrucksystems überlegenswert.

Zwanenburg PR et al. Meta-analysis, Meta-regression, and GRADE Assessment of Randomized and Nonrandomized Studies of Incisional Negative Pressure Wound Therapy Versus Control Dressings for the Prevention of Postoperative Wound Complications. Annals of Surgery 2019 (ahead of pub)

LQ nach Pankreatektomie (PANORAMA)

Die Schwelle zur Durchführung einer totalen Pankreatektomie, v.a. bei IPNM den gesamten Hauptgang betreffend, oder bei nicht beherrschbarer POPF ist entgegen früher deutlich niedriger geworden.
17 niederländischen Zentren (2006-2016), N= 148, langfristige Lebensqualität wurde anhand generischer und krankheitsspezifischer Fragebögen querschnittsweise.
Im Jahr 2006 waren es 5 Patienten, 32 im Jahr 2015:
Die 30-tägige und 90-tägige Mortalität betrug 5% bzw. 8%. Die größte Komplikationsrate betrug 32%. 85% Rücklauf, mediane Nachbeobachtung von 36 Monate. Niedrigeren globalen (73 vs. 78, P = 0,03) und täglichen Gesundheitszustand (0,83 vs. 0,87, P < 0,01) im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung. Die Lebensqualität unterschied sich nicht aufgrund der Zeit nach der totalen Pankreatektomie (<3, 3-5 oder >5 Jahre).

Die relativ hohe 90-Tage-Mortalität ist verständlich in Berzug auf die Indikation und nachvollziehbar. Die langfristige Lebensqualität war im Vergleich zur Gesamtbevölkerung geringer, wenn auch die Unterschiede gering waren. Im Allgemeinen waren die Patienten mit ihrer Diabetestherapie zufrieden und erlebten ähnliche diabetesbedingte Leiden wie Patienten mit Typ-1-Diabetes und daher ist die Pankreatektomie in der entsprechenden Indikation vertretbar und kein no-go mehr. An der VTT wurden 2006 eine und 2017 bereits 3 (2018: 7) Pankreatiektomien druchgeführt.

Scholten L et al. Outcome and long-term quality of life after total pancreatectomy (PANORAMA): a nationwide cohort study Surgery 2019 (ahead of print)


Komplikationen mit verminderter QL bei kolorektalen Eingriffen verbunden

Elektiven kolorektalen Operation von 2005 bis 2013. N=420. Lebensqualität wurde mit dem SF-36 präoperativ und nach 4 Wochen und 8 Wochen postoperativ gemessen. Gesamtmorbidität betrug 46%. Patienten mit Komplikationen hatten niedrigere physische und mentale LQ-Werte nach 4 Wochen und 8 Wochen postoperativ im Vergleich zu Patienten ohne Komplikationen (P < .05). Bei der multivariaten Regression gab es keine Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Clavien-Dindo-Grad und „postoperative physical summary scores“ und „mental summary scores“. Es besteht ein konsistenterer Zusammenhang zwischen dem Comprehensive Complication Index und der postoperativen gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Vergleich zur Clavien-Dindo-Klassifikation.

Auditfähiges Register VTT: Gesamtmorbidität: 40% , schwere Kompl. (Clavien-Dindo ≥3a): 14%

Dumitra TC et al. The relationship of two postoperative complication grading schemas with postoperative quality of life after elective colorectal surgery Surgery 2019 (ahead of pub)

lap. distale Pankreasresektion

Retrospectiv, multizentrisch. Lapsk. N=570 (39%), offen Resektion N=888. Operationsdauer bei lapsk. Vorgehen 240 Min mit 200 ml Blutverlust. Konversionsrate 12,1%. Neuroendokrine Tumore (26,7%) und mukinöse zystische Neoplasmen (19,7%) waren die häufigsten Indikationen. Der Anteil der lapsk. stieg von 24,4% im Zeitraum 2006-2009 (P1) auf 46,0% im Zeitraum 2014-2016 (P3) (P < 0-001). Lapsk. wurde zunehmend bei Patienten ab 70 Jahren, bei Karzinomen insgesamt und bei fortgeschrittenen bösartigen Tumoren durchgeführt. Mit zunehmender Erfahrung zeigte sich ein Trend zu einem Rückgang der Transfusionsrate, der ICU-Aufnahmen und der medianen Verweildauer im Krankenhaus. Nach 30 Verfahren wurde ein Rückgang sowohl der Gesamtmorbidität (57,7 gegenüber 42,2%) als auch der schweren Morbidität (18,8 gegenüber 9,7%; P = 0,031) festgestellt.

Aus der auditfähigen Register der VTT 2018: 21±2 Pankreaslinksresektion in den letzten 3 Jahren, davon 52% lapsk. Morbidität: 58%, schwere Morbidität (Dindo ≥3a): 24%; In Hospital-Letalität: 0% FTR 0%

Lof S et al. Multicentre observational cohort study of implementation and outcomes of laparoscopic distal pancreatectomy BJS 2019 (ahead of pub)