immer wieder … Gallenwegspathologie nach Leber-Tx

Interessante Arbeit von Robert J Porte und Team. Inverser Zusammenhang zwischen Spenderhepatektomie-Zeit, histologische Gallengangsverletzung vor der normothermen Maschinenperfusion und Zusammensetzung der Galle während der normothermen Maschinenperfusion. Darüber hinaus ist die Hepatektomiezeit ein signifikanter unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung von nicht-anastomotischen Gallenwegsstrikturen nach der DCD-Spende.Transplantation

van Leeuwen OB et al. Donor hepatectomy time influences ischemia-reperfusion injury of the biliary tree in donation after circulatory death liver transplantation. Surgery 2020 (ahead of Pub)

10% lokoregionäre Rezidive bei Einführung der TaTME

Bei 120! Pat. mit TaTME (transanaler totaler messrektaler Exzision) unglaubliche 10% lokoregionäre Rezidive! bei kurzer mittlerer Nachbeobachtungszeit von 21,9 Monaten und mittleren Intervall bis zum Rezidiv von 15,2(7,0) Monaten. Bei acht von 12 Patienten lag ein multifokales Lokalrezidiv vor. 5% CRM+, Anastomosenleck 17%.

Komplikationsraten, die für mich nicht vertretbar erscheinen. Und keine Zahlen, weil kurze Beobachtung der funktionellen Ergebnisse.

van Oostendorp SE et al. Locoregional recurrences after transanal total mesorectal excision of rectal cancer during implementation. British Journal of Surgery 2020 (ahead of Pub)

Updated SARS-CoV-2

Auf dem Preprint Server Med Archives ist eine interessante epidemiologische Studie rund um den bekannten Gabriel Leung, Universität Hong Kong erschienen. Wohlgemerkt ein Preprint Server, d.h. die Publikation wird ohne peer review veröffentlicht. Trotzdem sind sich offensichtlich Virologen einig, dass die Arbeit Review Prozessen stand halten würde.

Die Arbeit zeigt so wie ich das verstehe folgendes. Anhand von 94 COVID Fällen (für diese Verhältnisse relativ viele Pat.) in Guangdong, in der Nähe von Hong Kong wurde mit bestehende epidemiologischen Daten eine Modellierung vorgenommen (interessanter wiese mit einem statistischen Programm für epidemiologischen Berechnungen aus Österreich). Die Hauptaussage ist, dass 44% aller Infektionsereignisse bevor der Infizierte Symptome hat stattfinden. Daher ist die rezente Epidemie nicht mit den herkömmlichen Methoden zu begegnen, die auf Symptome ausgerichtet ist, sonder es müssen gezielt unsere Verhaltensregeln geändert werden. Also social distancing ist das einzig richtige. So schwer es auch sein mag, denn wir Menschen sind soziale Wesen.

He X et al. Temporal dynamics in viral shedding and transmissibility of COVID-19. https://doi.org/10.1101/2020.03.15.20036707

Diese Arbeit sollte jeder kennen

Simulationen basieren auf hochkomplexen mathematischen Modellen, wobei in den letzten Jahren viel Erfahrung gesammelt wurde. Trotzdem fussen sie auf Annahmen, die die Achillesferse darstellen und dementsprechend diskutiert werden können. Nichts desto trotz sind die Ergebnisse dieser Modellierung mehr als erschütternd, ja düster. Daher gibt es, wenn es eine Chance gibt, nur eine Strategie: Suppression, mitigation funktioniert nicht. In Österreich wurde recht früh reagiert, in Tirol aus vernünftigen Gründen sogar noch schärfer. Darüber sollten wir froh sein, wenn wir uns die unfassbare und dramatische Situation in der Lombardei vor Augen halten. Aus diesem Grund: social and spatial distancing!

pdf der Publikation

negative PREOPANC Studie

RCT, NL, April 2013 bis Juli 2017 N= 246. Resektables und boarderlien Res. PAC. Studienarm: präoperative Chemoradiotherapie mit 3 Zyklen Gemcitabin, wobei der zweite Zyklus mit einer 15 × 2,4 Gy-Strahlentherapie kombiniert wurde, gefolgt von einer Operation und 4 adjuvanten Zyklen Gemcitabin. Kontrollarm: sofortigen Operation und 6 Zyklen Gemcitabin adjuvant. Primäre Endpunkt: Gesamtüberleben.

Medianes Gesamtüberleben: 16,0 Monate mit präoperativer Chemoradiotherapie und 14,3 Monate mit sofortiger Operation (HR: 0,78; 95%CI: 0,58 bis 1,05; P = 0,096). Sekundäre Stdienziele: Die R0-Resektionsrate betrug 71% (51 von 72, präop RCTx), 40% (37 von 92) bei Patienten mit sofortiger Operation ( P < 0,001). Die präoperative RCTx war mit einem signifikant besseren krankheitsfreien Überleben und einer besseren lokalen Tumorkontrolle, sowie mit einer signifikant geringeren Rate an pathologischen Lymphknoten, perineuraler Invasion und venöser Invasion verbunden. In der Gruppe mit adjuvanter Chemo profitierten die PAt. in der preop RCTx Gruppe in Bezug auf das Gesamtüberleben (35,2 vs 19,8 Monate; P = 0,029). Der Anteil der Patienten, die schwere Nebenwirkungen erlitten, betrug 52% (RCTx Gruppe) gegenüber 41% ( P = 0,096).

Auch wenn bei sekundären Studienzeilen Vorteile (aber auch Nachteilen: höhere Nebenwirkungen) für die Vorverhandlung vorhanden waren, ist diese Studie eine negative.

Versteijne E. et al. Preoperative Chemoradiotherapy Versus Immediate Surgery for Resectable and Borderline Resectable Pancreatic Cancer: Results of the Dutch Randomized Phase III PREOPANC Trial. Journal of Clinical Oncology: Official Journal of the American Society of Clinical Oncology 2020: JCO1902274

wiederholt bewiesen: CRM ist DER Parameter für LR

Tumor (inkl. LKN-Mets) mit ≤ 1mm zur zirkumferentiellen Resektionsfläche (CRM) nach einer Rektumkarzinom-Operation erhöht das Risiko eines Lokalrezidivs (LR).

Retrospektive, populationsbasierte Studie. Schwedisches Register 2005 bis 2013, N=8392. 739 Patienten mit ≤ 1mm. Nachbeobachtungszeit betrug 51 Monate. 66 LRs (8,9%) in der Gruppe mit einem CRM von ≤ 1mm, und 256 (3,3 Prozent) > 1,0 mm. LR-Raten im Detail: 0mm: 17,0% (27 von 159), 0,1-1: 6,7% (39 von 580), 1,1-1,9: 1,9% (2 von 103) und >2mm: 3,4% (254 von 7550). Das Risiko einer LR bei Patienten mit einem CRM von 0 mm war höher als in allen anderen Untergruppen mit einem größeren CRM (P < 0,050).

Agger EA et al. Risk of local recurrence of rectal cancer and circumferential resection margin: population-based cohort study. British Journal of Surgery 2020 (ahead of pub)

PPPD robotisch vs konventionell

Nach der Lernkurve, 1:1 matching, á N=187. Vorteile der roboter-assitierten PPPD in der Operationszeit (Mittelwert [SD]: 279,7 [76,3] Minuten gegenüber 298,2 [78,3] Minuten in der konventionellen PPPD; P = .02) und dem geschätzten Blutverlust (Mittelwert [SD], 297.3 [246,8] mL vs. 415,2 [497,9] mL; P = .002), sowie für die postoperative Dauer des Krankenhausaufenthalts (Mittelwert [SD], 22,4 [16,7] Tage vs. 26,1 [16,3] Tage; P = .03). Keinen signifikanten Unterschied in der R0-Resektionsrate und Rate postoperativer Komplikationen (postoperative Pankreasfistel, Gallenaustritt und verzögerte Magenentleerung, postoperativen Blutungen und Reoperationen)

In Wirklichkeit also keine klinisch relevanten Unterschiede: OP-Zeit Differenz 19 Min! und geschätzter Blutverlust Differenz 118 mL!. LOS ist Gummiparameter, wie wir alle wissen

Shi Y et al. Short-term Outcomes After Robot-Assisted vs Open Pancreaticoduodenectomy After the Learning Curve JAMA Surgery 2020 (ahead of pub)

Kunstoffnetz bei inkarzierter Hernie

Zwei RCTs und sechs prospektive Studien mit 978 Patienten. Inkarzerierte Hernien mit begleitender Darmresektion. Kein signifikanter Unterschied in der SSI-Inzidenz. Rezidive waren in der Netzreparaturgruppe signifikant niedriger (Odds Ratio: 0,08; 95%CI: 0,01 bis 0,45).

Kritikpunkt: geringe Fallzahl. An der VTT wird eine Netzaugmentation bei Dünndarmresektion routinemäßig, ohne dass eine erhöhte po Morbidität zu beobachten wäre, durchgeführt.

Lin Y-T et al. Effectiveness and Safety of Mesh Repair for Incarcerated or Strangulated Hernias: A Systematic Review and Meta-Analysis World Journal of Surgery 2020 (ahead of pub)