Endoskopische Gallenwegsdrainage – ESGE Leitlinien

  • 10-mm Durchmesser self-expandable metal stent (SEMS) für präop. und pall. bösartige Stenosen – strong recommendation, moderate quality evidence für pall. high qual.
  • keine SEMS bei unklarer Ätiologie – strong recommendation, moderate quality
  • keine biliäre Drainage präop. bei malignen Gallenwegsstenosen, aber für Drainagen bei Cholangitis, schwerem Ikterus mit intensivem Pruritus, wenn die OP nicht zeitnah erfolgen kann und um eine Chemo druchführen zu können – strong recommendaion, moderate quality evidence)
  • umbeschichtete SEMS bei pall. Drainage des phCCC – strong recommendation, moderate quality evidence
  • Temporäre Insertion von multiplen Plastikstents oder voll beschichteten SEMS bei gutartigen Gallenwegsstrikturen – strong recommendation, moderate quality evidence.
  • Plastic stent(s) bei Gallenwegsverletzungen, die nicht mit einer Transektion der Gallenwege verbunden sind – strong recommendation, moderate quality evidence.

 

Dumonceau J-M et al. Endoscopic biliary stenting: indications, choice of stents, and results: European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) Clinical Guideline – Updated October 2017. Endoscopy 2018

Entartungsrisiko von Choledochuszysten

Metaanalyse. 18 Studien, knapp 3.000 Pat. im Median 36 Jahre alt. 11% entwickelten eine maligne Erkrankung er ableitenden Gallenwege. Typ I und IV hatten das größte Risiko. Wenn die Zysten nur drainiert wurden hatten diese Pat. ein 4-fach (95%CI: 2.4 bis 6.55) höheres Risiko vergleichen mit Resektion der Zysten.

Einteilung der angeborenen Zysten siehe Skriptum der Chirurgie (http://www.fortbildung-chirurgie.at/choledochuszysten/).
Die Grundlage schaffte Traverso 1987 modifiziert hat dei Einteilung Todani T et al. Am J Surg 1977;134:263-9. Mehrere Untergruppen wurde von Soares KC et al. JACS 2014;219:1167-80
 beschrieben.

Typ I – Dilatation des gesamten Choledochus, Choledochuszyste

Typ II – Divertikel des Choledochus

Typ III – Choledochozele
Typ IV – multiple extra- und intrahepatische Zysten
Typ V – intrahepatische Gallenwegszysten (Caroli-Syndrom)

Meiner Meinung nach ist v.a. der Typ I interessant und wird zu wenig beachtet, bei dem meist zudem ein langer gemeinsamer Einmündungsgang (intrapankreatische Choledochus mündet zudem steil ein, sog. pancreaticobiliary maljunction) bis zur Papilla Vateri vorhanden ist. Hier wird der Reflux von Pankreassaft in den Gallenweg als Ursache für die maligen Entartung diskutiert. Kamisawa T et al. J Gastroenterol. 2017;52:158-163

Hove AT et al. Meta-analysis of risk of developing malignancy in congenital choledochal malformation. British Journal of Surgery 2018 February 26