Nasogastrale Sonde nach PPPD nicht notwendig

N=365 Patienten: keine nasogastrale Sonde, n = 99; nasogastrale Sonde <24 h entfernt, n = 266. Keine Unterschiede in 30-Tage-Letalität sowie in infektiöser, renaler, kardiovaskulärer und pulmonale Morbidität. Die verzögerten Magenentleerung 11,1 versus 13,2 %. Patienten ohne nasogastrale Sonde benötigten seltener eine Reinsertion der nasogastralen Sonde (n = 4, 4 % vs 39, 15 %; OR = 3,83, 95 % CI [1,39-10,58]; P = 0,009).

Flick KF et al. Routine Gastric Decompression after Pancreatoduodenectomy: Treating the Surgeon? Journal of Gastrointestinal Surgery, 2021

Stent, Diversionskolostoma oder Notfallresektion

Meta-Analyse, N=3.739; Diversionskolostma (DC) 16,3% (N=608), Notfallkolonresektion 67,2% (N=2.515) und Stent 16,5% (N=617) bei Ileus wegen Kolonkarzinom im linken Hemikolon. In der DC-Kohorte wurde eine signifikant größere Anzahl von primären Anastomosen durchgeführt. Die 90-Tage-Mortalitätsrate war in der DC-Kohorte signifikant niedriger. Die lokoregionale Rezidivrate war bei Stenting höher als bei der Notfallresektion. Zwischen den beiden Bridge-to-Surgery-Ansätzen wies die Diversion signifikant mehr primäre Anastomosen und eine signifikant niedrigere Mortalitätsrate auf als das Stenting. Die Diversion als Alternative zur Notfallresektion und Stenting weist einige klinische Vorteile auf.

Gavriilidis P et al. Annals of the Royal College of Surgeons of England 2021

critical view of safety

In eine prospektiven Beobachtung an etwas über 1.000 CHE – davon etwas mehr als die Hälfte akute Fälle, wurde das Qualitätsmerkmal: critical view of safety (CVS) in nur 84% erreicht. Gallengangsverletzungen traten keine auf.

Bis auf die Bestätigung, dass in mehr als 10% aller CHE das Nichterreichen einer CVS bestätigt wird, eine doch wertlose Studie. Der Punkt ist nicht die Anzahl der akuten Fälle, von denen wir wissen, dass sie – wenn sie unmittelbar optiert werden, noch die geringste po. Morbidität zeigen, sondern die chronischen Cholezystitiden, die über Jahre mit akuten Episoden und damit verbundenen Vernarbungen im Infundibulum das Problem für Gallenwegs- und nicht selten kombiniert mit Gefäßverletzungen darstellen. An der VTT haben wir seit Jahren das obligate Abfotografieren der CVS als Qualitätssicherung eingeführt. Ohne dass nachweislich die CVS dokumentiert ist, darf nicht weiteroperiert werden und es muss in der Hierarchie nach oben eskaliert werden, indem noch erfahreneren Chirurg*innen die OP übernehmen. Trotzdem haben wir bei fast gleich vielen CHE (N=1.048 Patienten/innen; 583 Frauen und 465 Männer, ⅓ akute Cholezystitis, Letalität 0,4%, Re-Operationsrate 2,2%, Reinterventionsrate (ERCP) 2,56%) fünf = 4,8‰ Gallenwegsverletzungen gehabt. Das entspricht wohl eher der Realität. (Anibas J Outcome der Cholelithiasis mit Fokus Choledocholithiasis an der Universitätsklinik Innsbruck, Diplomarbeit 2020, Betreuerin Dr.in Eva Braunwarth).

Nassar AHM et al. Achieving the critical view of safety in the difficult laparoscopic cholecystectomy: a prospective study of predictors of failure. Surgical Endoscopy 2020

Tagesklinische CHE

Meta-Analyse, 14 Studien (4.194 Patienten) Failure Rate: 23,4%.
Risikofaktoren: Alter ≥65 Jahre (Odds Ratio: 2,34; 95%CI:, 1,42-3,86; P = .0009), Body Mass Index ≥30 (Odds Ratio: 1,6; 95%Ci: 1,05-2,45; P = .03), ASA ≥III (Odds Ratio: 2. 89; 95%CI: 1.72-4.87; P < .0001), komplizierte Gallengangspathologie in der Anamnese (Odds Ratio: 2.39; 95%CI: 1.40-4.06; P = .001), Gallenblasenwandverdickung (Odds Ratio: 2.33; 95%CI: 1.34-4.04; P = .003), Operationszeit > 60 Minuten (mittlere Differenz: -16,03; 95%CI:, -21,25 bis -10,81; P < .00001), und Beginn der Operation nach 13:00 Uhr (Odds Ratio: 4,20; 95%CI: 1,97-11,96; P = .007). Kein erhöhtes Risiko für Geschlecht und abdominelle Voroperationen in der Anamnese

Balciscueta I et al. Ambulatory laparoscopic cholecystectomy: Systematic review and meta-analysis of predictors of failure. Surgery 2021

LAR: E/E vs E/S Anastomose

Meta-Analyse, 6 RCT, N=270 E/E Anastomose, N=268 E/S Anastomose; S/E mit einer signifikant niedrigeren Rate an Anastomosenleckagen (RR 0,37; 95%CI: 0,15-0,93; P = 0,04; I2 =0%). Postoperativen Morbidität knapp signifikant nicht reduziert, aber Trend. (RR 0,60; 95%CI: 0,33-1,07; P = 0,08). Zudem postoperativen Darmfunktion: Hinweise auf verbesserten Wexner-Scores bis 6 Monate postoperativ. Es gab keine Unterschiede in der Rate der Anastomosenstenose (RR 1,03; 95%CI: 0,21-5,19; n.s.).

Die E/S Anastomose, wie sie seit Jahrzehnten an der VTT durchgeführt wird, reduziert signifikant das Risiko einer Anastomosenleckage nach einer low anterior Resektion (LAR).

McKechnie T et al. End-to-end versus end-to-side anastomosis for low anterior resection: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Surgery 2021

NIR-ICG vermeidet Gallenwegsverletzungen

Meta-Analyse, 4.990 Abstracts, 5 Studien (3 laparoskopische Cholezystektomie/2 robotergestützte Cholezystektomie; n = 1.603) und 11 Studien ohne Nah-Infrarot-Fluoreszenz-Cholangiographie (5 laparoskopische Cholezystektomie/4 robotergestützte Cholezystektomie/2 beides; n = 5.070)
mit vs ohne NIR-ICG Cholezystektomie:
Gewichteten Gesamtraten für Gallengangsverletzungen: 6/10.000 vs 25/10.000
Gewichteten Gesamtraten für Konversion: 16/10.000 vs 271/10.000
Gewichtete Raten für Gallengangsverletzungen bei der Laparoskopie: 0/10.000 vs 23/10.000
Gewichtete Raten für Konversion bei der Laparoskopie: 32/10.000 vs 255/10.000

Dip F et al. Does near-infrared fluorescent cholangiography with indocyanine green reduce bile duct injuries and conversions to open surgery during laparoscopic or robotic cholecystectomy? – A meta-analysis. Surgery 2021

Meta-Analyse Leistenhernien

Minimalinvasive OP-Techniken, TAPP- und TEP, scheinen im Vergleich zur spannungsfreien Reparatur nach Lichtenstein mit signifikant reduzierten frühen postoperativen Schmerzen, Rückkehr zur Arbeit/Aktivitäten, chronischen Schmerzen, Hämatomen und Wundinfektionen verbunden zu sein. Hernienrezidiv, Serom und Krankenhausverweildauer scheinen bei allen Behandlungen ähnlich zu sein. 35 RCTs (N=7.777)
Po. Schmerz: TAPP vs. Lichtenstein (RR = 0,36; 95%CI: 0,15-0,81) und TEP vs. Lichtenstein (RR = 0,36; 95%CI: 0,21-0,54)]
Rückkehr zur Arbeit/Aktivitäten [TAPP vs. Lichtenstein (WMD = -3,3; 95%CI: -4,9; -1,8) und TEP vs. Lichtenstein (WMD = -3,6; 95%CI: -4,9; -2,4)]

Aiolfi A. et al. Treatment of Inguinal Hernia: Systematic Review and Updated Network Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials Annals of Surgery 2021 

Lapsk. AE

Kein Unterschied zwischen Endostapler und Endoloop. N=504, retrospektiv. Keine Unterschiede in Alter, Geschlecht oder BMI, noch Dauer des Eingriffs, den Wiederaufnahmen, den Komplikationsraten (einschließlich intra-abdominaler Abszesse) oder den Krankenhauskosten. Es gab eine etwas kürzere Aufenthaltsdauer in der Endoloop-Verschluss-Gruppe (1,22 Tage) gegenüber der Endostapler-Gruppe (1,38 Tage), p = 0,002.

Endoloop ist wohl dem arritierbaren Clips vergleichbar, die wir an der VTT bei unauffälliger Appendixbasis verwenden. Ist die Appendixbasis entzündlich verändert verwenden wir den Endoptapler und resezieren mit einem schmalen Saum das Coekum mit.

White C et al. Endostapler vs Endoloop closure of the appendiceal stump in laparoscopic appendectomy: Which has better outcomes? American Journal of Surgery 2020

Metastasierungsverhalten KRK

N=21.671 Patienten mit Kolonkarzinom im Stadium I-III; Retrospektiv japanischen Studiengruppe Datenbank.
Prävalenz @5 Jahre:
Leber 6,3% (rechts:links = 5,5%:7,0%, p = .0067)
Lunge 6,0% (rechts:links:Rektum = 3,7%:4,4%:8,8%, p = 7,05E-45)
Peritoneum 2,0% (rechts:links:Rektum = 3,1%:2,0%:1,2%, p = 1,29E-12).
Hazardrate (HR) Leber (0,67 Jahre) war früher und höher als die der anderen Metastasen und abhängig vom Tumorstadium (0,91, 0,76 und 0,52 Jahre; jeweils für die Stadien I, II und III). Lungenmetastasen bei Rektumkarzinomen doppelt so hoch wie bei Kolonkarzinomen, und Peritonealmetastasen hatten eine hohe HR bei rechtsseitigen Kolonkarzinomen.

Ishimaru K et al. Hazard function analysis of metastatic recurrence after colorectal cancer surgery-A nationwide retrospective study. Journal of Surgical Oncology 2021

Vorschlag Klassifikation der PPPD nach chir. Vorgehen

Der Vorschlag kommt aus Heidelberg. Ihre Analyse anhand von 3.953 PPPD Unterwelt in Typ 1 (74,1%): klassische PPPD; Typ 2 (14,4%): mit Portalevenenkonstruktion, Typ 3 (10,5%) mit Multiviszeralrsektion und Typ 4 (1%): mit arterieller Rekonstruktion zeigen gegenüber Letalität und po Morbidität deutliche signifikante Unterschiede.
90-Tage Letalität: 2,9%, 4,2%, 6,3% 10,3%)
po Morbidität: 41,7%, 40,8%, 52,5%, 59,0% (P<0,0001)
– POPF B/C: 11,9%, 7,7%, 14,7%, 15,4% (P<0,003)
– DGE: 19,4%, 22,5%, 22,0%, 25,6% (n.s.)
– Relap.: 10,4%, 12,0%, 20,6%, 20,5% (P<0,0001)
– ICU-Tage ≥ 2: 18,6%, 27,1%, 25,7%, 48,7% (P<0,0001)

Mihaljevic AL et al. Not all Whipple procedures are equal: Proposal for a classification of pancreatoduodenectomies. Surgery 2020