Prophylaktisches epikutanes Unterdrucksystem

Meta-Analyse von 9 Studien (3 RCT, 2 prospektiv, 4 retrospektiv) mit schlussendlich 1.187 Pat.. Niedrigere SSI Rate beim Unterdrucksystem (OR 0,25, 95%CI: 0,12-0,52 P<0.001) ohne Auswirkungen auf Seromrate oder „blande“ Wunddehiszenz. Bei nur den kolorektalen Eingriffen noch stärker ausgeprägt (OR 0,16, 95%CI: 0,07-0,36 P<0.001)

Dies ist eine interessante Info, der nachgegangen werden sollte, zu Mal das Ergebnis trotz hoher methodologischer Heterogenität der eingeschlossenen Studien so deutlich ausgefallen ist. Wir verwenden an der VTT das epikutane Unterdrucksystem mit Kerlix (kostengünstige Variante) prophylaktisch routinemäßig bislang bei der Sekundärnaht und beim Sinus pilonidalis Primär- und Sekundärverschluss mit gutem Erfolg.

Sahebally SM et al. Negative Pressure Wound Therapy for Closed Laparotomy Incisions in General and Colorectal Surgery: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Surgery 2018 September 26, : e183467

Diagnose nekrotisierende Weichteilinfektion

Meta-Analyse: 2.290 Zitationen –> 23 Studien mit 5.982 Pat. in Analyse

Sensitivität / Spezifität von:
Fieber: 46.0% / 77.0%
Hämorrhagische Bulle:  25.2% / 95.8%
Hypotension 21.0% / 97.7%.
CT: 88.5% / 93.3%
planners RÖ: 48.9% / 94.0%
LRINEC* score ≥ 6: 68.2% / 84.8%
LRINEC score ≥ 8: 40.8% / 94.9%.

*https://www.mdcalc.com/lrinec-score-necrotizing-soft-tissue-infection. Bei uns kaum verbreitet

CT wohl unersetzlich in der Diagnose der nekrotisierenden Weichteilinfektion, klinische Zeichen nicht immer so vorhanden. Score nicht brauchbar

Fernando SM et al. Necrotizing Soft Tissue Infection: Diagnostic Accuracy of Physical Examination, Imaging, and LRINEC Score: A Systematic Review and Meta-Analysis. Annals of Surgery 2018 (ahead of print)

Wenn’s juckt, dann heilt´s

Pathophysiologischer Hintergrund dieser Binsenweisheit: Viele Komponenten sind beteiligt. Neben einer Vielzahl von Zelltypen (wie die üblichen verdächtigen: dendritische und T-Zellen) u.a. auch Reste von Organismen und Pflanzen interaktieren mit Keratinozyten (beteiligt sind Zytokinrezeptoren, G-protein coupled receptor, toll-like receptor, transient receptor potential channel) und/oder wirken auch direkt auf Nervenendigungen der Haut. Damit wird ein Potential erzeugt, das über afferente sensorische Nervenbahnen über die hintere Wurzel zum Rückenmark und Gehirn gelangt, das als jucken interpretiert wird.