Bariatrische Chirurgie führt zu mehr Scheidungen und mehr Eheschliessungen

2 schwedisches Register, SOS N=1958 (71% Frauen), propensity match mit morbid adipös Pat. ohne Chirurgie und SOReg N=29.234 (76% Frauen) matched analysis mit Normalbevölkerung. Scheidungsrate nach bariatrischen Eingriff signifikant höher (adjHR: 1.28, 95%CI: 1,03-1,60) und mehr Eheschliessungen (adjHR: 2,03, 95%CI: 1,52-2,71). Der Unterschied deutlicher ausgeprägt je höher der weight loss.

Nicht überraschend, war auch in Diplomarbeiten der VTT vor Jahrzehnten sichtbar.

Bruce G et al. Association of bariatric surgery with changes in interpersonal relationship status. Jama Surg 2018 (ahead of press)

Kohlenhydrat-reduzierte = fett-reduzierte Diät

CRT, N=609, mittlerer BMI 37, 57% Frauen. Nach 12 Monaten Diät: Fettreduziert Gruppe mit -5,2kg, kohlenhydratreduziert Gruppe mit 6,0kg. Kein Unterschied im Genotyp und Insulin Sekretion.

Gardner CD et al. Effect of Low-Fat vs Low-Carbohydrate Diet on 12-Month Weight Loss in Overweight Adults and the Association With Genotype Pattern or Insulin Secretion: The DIETFITS Randomized Clinical Trial. JAMA. 2018 Feb 20;319(7):667-679

Cholezystektomie vor oder nach Roux-en-Y gastric bypass?

Eine gemeinsame Analyse von 2 Registern in Schweden (Cholezystektomie: 79.000 Patienten; Roux-en-Y gastric bypass: 36.000) zeigte, dass bei 2.650 Patienten beide Operationen durchgeführt wurden. Diese wurden in 3 Gruppen unterteilt, CHE vor, während und nach Bypass. Das Risiko für alle po. Komplikationen war in der Gruppe während und nach Bypass höher, CHE nach Bypass mit 35% erhöhtem Risiko. Bei Pat., die nur eine der beiden Operationen hatten war die Kompl. Rate um die 2%, hatten sie beide OPs 13%. Bei letzterer Gruppe war die Komplikationsrate der CHE durchgeführt vor dem Bypass 8%, nach dem Bypass doppelt so hoch (16%). Daher sollte die CHE bei SYMPTOMATISCHEN Pat. vor dem Bypass erfolgen. Asymptomatische Pat. “should never be treated surgically” (Zitat der Autorin) .

Der Meinung kann man sich nur anschliessen. Es macht ja auch keinen Sinn und wird bei uns an der VTT auch nicht so durchgeführt, dass bei symptomatischen Patienten die bariatrische OP vorgezogen wird. Zudem haben wir auch die simultane CHE bereits verlassen.

Wanjura V et al. Morbidity of cholecystectomy and gastric bypass in a national database. BJS 2017 DOI: 10.1002/bjs.10666

Alkoholmissbrauch nach bariatrischer OP

Systematischer Review mit einer Metaanalyse von 28 Studien: 19% hatten schon vorher ein Alkoholproblem, 8% der Patienten begannen erst nach dem Eingriff mit einem moderaten bis riskanten Alkoholkonsum.

Die Frage ist, ob nicht der schneller absorbierte Alkohol (Maximalkonzentration an Alkohol im Blut höher und es dauert länger, bis Alkohol abgebaut wird) oder soziale Probleme vor und nach bariatrischen OPs mit fehlender Nachbetreuung der Pat. das Phänomen erklärt.

http://www.worldgastroenterology.org/meetings-and-events/world-congress-of-gastroenterology