Worüber ich jeden Tag aufmerksam mache

Ausnahmsweise mein Kommentar vorangestellt: Die meiner Meinung nach sehr wichtige Arbeit, auf die ich erst jetzt gestoßen bin, die aber an Aktualität an nichts verloren hat, untersucht die Art von Fehlern in der Datenübertragung und -kommunikation, die zu unerwünschten Ereignissen und Beinahefehlern führt. Die signifikant geänderten Rahmenbedingungen (Stichwort AZG, Ressourcen, etc.) führt zu neuen Schnittstellen und die alten sind offener als je zuvor. Diese Problematik, auf die ich immer wieder bei den Routinebesprechungen der VTT hinweise, wird uns noch lange beschäftigen und mein Eindruck und meine Erfahrung ist, dass sich digitale Systeme, die ich sehr forciert habe, nicht alleine das Potential haben den entscheidenden Fortschritt zu erzielen, sondern es wird an jedem/r einzelnen Mitarbeiter*in liegen sich seiner/ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Zum Beispiel bei den Routinebesprechungen aufmerksam zu sein und die Information ans Krankenbett mitzutragen, die Kollegen*innen die Fehlzeit haben zu informieren etc.

Zur Arbeit: Gruppensitzungen wurden mit spezialisierten Chirurgen (n = 59), Allgemeinchirurgen (n = 36) und OP-Schwestern (n = 42) in 5 medizinischen Zentren durchgeführt. Fallbeschreibungen und allgemeine Kommentare wurden nach der Art der Informations- Kommunikaitonslücken und deren Auswirkungen auf Patienten und auf die medizinische Versorgung klassifiziert.
Insgesamt wurden 328 Fallbeschreibungen und allgemeine Kommentare eingeholt und klassifiziert. Die Vorfälle gliederten sich in 4 Bereiche:
> verschwommene Verantwortlichkeiten (87 Berichte)
> verminderte Vertrautheit des Chirurgen mit den Pat. (123 Berichte)
> Ablenkung der Aufmerksamkeit des Chirurgen (31 Berichte)
und
> Defizite in der Kommunikation (67 Berichte).


Die Folgen von Kommunikations- und Informationsverlusten waren:
> Verzögerungen in der Patientenversorgung (77% der Fälle)
> vergeudete Arbeiterzeit (48%) und
> schwerwiegende unerwünschte Folgen für den Patienten (31%).


Schlussfolgerung: Defizite in der Kommunikation und Informationsweitergabe tragen erheblich zu negativen Folgen für den Patienten und zur Ineffizienz der Arbeit bei. Es bedarf einer erheblichen Änderung der Unternehmenskultur um diesen brennenden Problemen zu begegnen.

Williams RG et al. Surgeon information transfer and communication: factors affecting quality and efficiency of inpatient care Annals of Surgery 2007;245:159-69

Flexible Arbeitszeit in den USA

In den USA besteht eine Restriktion er wöchentlichen Arbeitszeit auf 80 Stunden und nicht wie bei uns auf 48. Ziel war es – und das wird immer (bewusst?) verschwiegen die Behandlungsqualität zu steigern. Dieses Zeil wurde in keiner einzigen Studie erreicht. Was aber auftrat war eine Verdichtung der Arbeit, Probleme an den Schnittstellen und eine verschlechterte Ausbildung. Daher wurde das FIRST Trial gestartet, bei dem eine Flexibilität in der Arbeitszeit angeboten wurde. Auf Grund er Ergebnisse wurde 2017, vom Council die tägliche Arbeitszeit verlängert. Die Befürchtung, die Residents würden zu flexibleren, d.h. nach Bedarf z.B. wegen der Patienten Versorgung, längeren Arbeitszeit an einem Tag gezwungen wurde eindeutig widerlegt. 1.258 nahmen an der Befragung teilt, das waren ca. 70% der FIRST Studienteilnehme. 22% arbeiteten länger und davon nur 7% auf Anordnung des des attending Surgeon und nur 9% auf Anordnung des Senior surgeon. Die meisten 80% bleiben länger, und das auf Grund der Patienten, die sie wieder behandeln wollten.

Blay E et al. Evaluation of Reasons Why Surgical Residents Exceeded 2011 Duty Hour Requirements When Offered Flexibility JAMA Surg. Published online June 13, 2018.