Nachlese 2: Clinical Congress des American College of Surgeons

Einfach zum Nachdenken: Folgende bemerkenswerte Untersuchung hab´ ich fast vergessen zu berichten. Das, obwohl die Untersuchung äußerst interessant ist und mich an eine ähnliche Studie erinnert, deren Zitat ich vergessen hab´ und die von Fr. Dr.in Buchner im Rahmen des JournalClubs bei der Morgenbesprechung als ich noch in Salzburg war vorgetragen wurde. Bei dieser Studie wussten nach einem Jahr oder so, mehr 80% der Patienten die damals eine lap. Cholezytsektomie (4-Port vs single incision) hatten nicht mehr weiviel Narben sie haben. Das ist schon angesichts der Werbetrommel, die für die single incision Technik noch vor ein paar Jahren gerührt wurde schon zum Schmunzeln. Bei der Studie die jetzt beim CC gebracht wurde, wurden randomisiert 200 Patienten aus einem Kollektiv von Patienten mit koloskopischer Polypektomie am St John Hospital and Medical Center, 2 Monate, 1, 2, und 4 Jahre nach der Koloskopie telefonisch befragt. Nach 2 Monaten wussten 65% der Befragten, dass Polypen entfernt wurden, aber bereits nach einem Jahr waren das nur mehr knapp ein Drittel (32%) und dieser Prozentsatz blieb bis zum 4. Jahr konstant. Ähnliches gilt für die Frage wann ungefähr die Koloskopie durchgeführt wurde (2 Monate: 94%; 1 Jahr: 42%; 2 Jahre: 30%; 4 Jahre danach: 28%). Wenn man frägt wieviel Polypen genau wurden entfernt so kannten die exakte Anzahl nach 2 Monaten lediglich einer von drei und dies fiel auf 10%, 7% und 6% in den darauf folgenden Zeitabschnitten. Und es wird noch toller: 4% behaupteten eine Diagnose, die nie während der Koloskopie gestellt wurde (meist Divertikulitis).
Neben dem Schmunzeleffekt, die die Studie hervorruft muss man schon auch eine ernsthaft Konsequenz andenken. Wir alle wissen, dass sich die Abstände der Koloskopie nach Poylpektomie nach der histologsichen Art des Poylpen richtet (zum Beispiel zum Nachlesen: Liebermann DA et al. Guidelines for Colonoscopy Surveillance After Screening and Polypectomy: A Consensus Update by the US Multi-Society Task Force on Colorectal Cancer. Gastroenterology 2012;143:844-57; oder auch Textbuch für Chirurgie). Wir alle reden vom mündigen Patienten. Wie soll das ganze funktionieren, wenn sich Patienten fast überhaupt nichts merken und Rahmenbedingungen die sie dazu bringen sich zum vereinbarten Termin der Re-Kolokospie einzufinden in Zukunft noch mehr fehlen werden als jetzt?

2 Kommentare zu “Nachlese 2: Clinical Congress des American College of Surgeons

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