Nachlese EFR-Kongress 2015

Wie immer sehr guter Kongress veranstaltet von den Professoren Irene Kührer und Béla Teleky von der Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie der Medizinischen Universität Wien (MUW). An 2,5 Tagen die neuesten Informationen von den führenden Persönlichkeiten auf dem Gebiet des kolorektalen Karzinoms, wie Phil Quirke, Gina Brown, Bill Heald, Brendan Moran, Vincenzo Valentini, Iris Nagtegaal, Norihiro Kokudo, Yuman Fong, Antonio Lacy…

Was mir nachträglich in Erinnerung bleibt und was ich für die Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie mitnehme sind folgende Punkte:

  • Lebermetastasen beim kolorektalen Karzinom (mKRK, Vortrag Fong): Wir werden unser Spektrum erweitern müssen. Nicht nur mehrzeitiges und mehrfaches Vorgehen, sondern
    • bei synchronem mKRK Strategie in Richtung einzeitiges Vorgehen1 (Lebermets und Primum) durch Kombination der Resektion mit Mikrowellenablation (MWA, OS: ~35%@5y2), die mehrere Vorteile (schneller, größeres Areal, weniger Wärmeverlust) hat.
    • Einführung der intrarteriellen Chemo mit FUDR. Die Ergebnisse des MSKCC verdichten sich.
    • Weiters sollten wir die SIRT (Radioembolisation mit Y90 Partikeln)3 etablieren.
    • Bei dem „liver first“ Konzept oder der „reversed strategy“ haben wir keinen Aufholbedarf
    • Insgesamt muss die Anzahl der Patienten mit Leberresektion weiter erhöht werden, das zeigen die Daten beeindruckend, denn mit neoadj. Therapie sind „nur“ 15% der Fälle in ein resektablen Zustand zu bringen, oder anders rum gesagt die Rate an erfolgreicher Konversionschemo beträgt derzeit 15%.
  • MRT beim Rektumkarzinom und die entsprechenden dazugehörigen Parametern, inklusive der extraruralen Gefäßinfiltration (Vortrag Gina Brown): Standardisierung mit Checkliste muss eingeführt werden und bei der IGIT als Dokument vorliegen.
  • Complete mesocolic excision (CME; Vorträge Brendan Moran von North Hampshire und Phil Quirke aus Leeds)
    • Standardvorgehen, das allerdings nicht bei allen Patienten zur Anwendung kommen muss. Vorteil in allen Tumorstadien, aber besonders bei den frühen (pT1-2N0).
    • Überzeugende Daten der Dänischen Studie vorgestellt4.
    • Auf das Problem der Fragilität des „gastrocolic trunk“ hingewiesen (ich dachte nur ich hätte da ein Problem).
    • „Mesocolic Grading“ (Grad 1 -3 [mesorectal oder mesocolic = „the good“; intramesorectal oder intramesocolic = „the bad“; muscularis propria = „the ugly“]5) sollte in Analogie zur TME im Pathobefund aufscheinen.
  • Beim Lynch-Syndrom sind wir gut aufgestellt. Da sendet auch die MUW die Blutproben zur Genanalyse nach Innsbruck.
  • TAMIS: Nichts Neues. Reduced port surgery: kaum Zuhörer. Keine Neuigkeiten.

1Silberheimer et al. Am J Surg 2014
2Evrard (und Stättner) et al. PLosOne 2014; Leung et al. BJS 2014; Stättner (und Öfner) et al. Surg Today 2015
3Gray et al. Ann Oncol 2001; van Hazel et al. J Surg Oncol 2004; Sharma et al. J Clin Oncol 2007
4Bertelsen et al. Lancet Oncol. 2015

5Quirke et al. Lancet 2009

3 Kommentare zu “Nachlese EFR-Kongress 2015

  1. … vielen Dank für die tolle EFR Zusammenfassung

    … CME bei nicht allen Stadien deckt sich mit meiner Meinung, allerdings wenn, dann bei fortgeschrittenen oder?

    Matthias

    iPhone – M Zitt

    >

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