Lynch Syndrom aus Sicht der Chirurgie

Retrospektive Studie an 49 Pat. mit kolorektalem Karzinom (KRK) die jünger als 50 und an randomisiert zugewiesenen 85 Pat., die älter als 50 Jahre waren. Bei den jungen Pat. waren 51% der Tumoren ohne Expression eines oder mehrerer MMR-Proteine (MMR-), also der Lynch Gruppe zugehörig. Nur ein Drittel entsprachen den Amsterdam-Kriterien, 50% hatten andere Tumore, ungefähr ein Drittel eine Zweit-KRK und 68% hatten eine positive Familienanamnese für KRK. Die Lynch-Gruppe hatte im Vergleich zu den jungen mit MMR Expression (MMR+) zusammen mit den älteren Pat. typische Zeichen des Lynch-Syndroms wie proximaler Tumorsitz, muzinöse Tumoren, schlechte Differenzierung, fortgeschrittenere Tumorstadien und schlechtere Prognose.

Wir haben diese Möglichkeit nicht zur Verfügung. Das Wissen um die Tatsache, dass es sich um ein Lynch-Syndrom handelt ist präoperativ schon wichtig, da es meiner Meinung nach schon klinische Implikationen hätte, wie zum Beispiel erweiterte Resektion, spezielle Nachsorge, Familien-Screening. Die Amsterdam-Kriterien sind zu kompliziert um sie in der Routine auch regelmäßig anzuwenden, zumindest bei uns funktioniert das nicht lückenlos. Zudem scheinen diese Kriterien auch nicht besonders akkurat zu sein.

Baiocchi LH et al. Retrospective Study of Clinical Impact of Mismatch Repair Protein Expression Analysis in Colorectal Cancer Patients Less Than 50 Years Old. BMC Surg. 2014;14(9)

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